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Andreas
Wolter vom gleichnamigen Hörstudio will eine Hörgeräteversorgung
in der
Friedrichshafener Partnerstadt Polozk aufbauen. Auf die
Unterstützung des Freundeskreis Polozk kann er zählen. Jetzt
fehlen nur noch gebrauchte Hörgeräte, um das Projekt in Angriff
nehmen zu können.
„Natürlich kann man nicht den deutschen Standard in Weisrussland
aufbauen,“ sagt Hörgeräteakustiker Andreas Wolter. Aber dieser
Eindruck soll auch gar nicht vermittelt werden. Vielmehr geht es
darum, schwerhörige Menschen in der Häfler Partnerstadt - und hier
vor allem Kinder - mit einer Grundversorgung zu besserem Hören zu
verhelfen.
Polozker brauchen Hilfe
„Ich bin schon oft nach Hörgeräten gefragt worden“, berichtet
Rotraut Binder, die Vorsitzende des Freundeskreis Polozk von ihrer
Erfahrung bei den rund 30 Polozk-
Reisen. Die Schwerhörigkeit schätzt sie in Weisrussland ebenso
hoch ein wie in Deutschland, wo knapp zwölf Prozent der Menschen
schlecht hören.
„Ein Hörgerät allein hilft nichts“, sind sich Andreas Wolter und
Rotraut Binder einig. Zu einer guten Hörgeräte-Versorgung gehört
ein Hörtest, das Anpassen der Geräte und die Wartung. Momentan ist
in der Poliklinik der 90 000-Einwohner-Stadt zwar ein Hörtest
möglich, für die weiteren Schritte müssen die Patienten ins rund
100 Kilometer entfernte Witebsk reisen.
Wolter bietet Hilfe an
Ein Hörakustiker-Kollege aus Nördlingen hat bereits in Molodetschno, ebenfalls in Weisrussland, ein Labor aufgebaut. Das
gibt Andreas Wolter Zuversicht, dass es auch in Polozk klappen
wird. Dabei will er seine Unterstützung nicht auf das Sammeln von
Hörgeräten beschränken. „Ich würde gern selbst nach Polozk fahren
und mir anschauen, was machbar ist.“
Die Vorstellung des Hörakustikermeisters: Die Hard- und Software
für die Programmierung der Hörgeräte wird von Deutschland aus zur
Verfügung gestellt – im Idealfall mit Unterstützung der
Hersteller. Die Schulung des Klinikpersonals vor Ort übernimmt
Andreas Wolter selbst. Der Kontakt zu den Ärzten in der Poliklinik
besteht bereits, darauf kann aufgebaut werden. „Wir fahren ein-
bis viermal im Jahr nach Polozk“, sagt Rotraut Binder. „Dadurch
ist eine kontinuierliche Zusammenarbeit gewährleistet.“
Alte Hörgeräte abgeben
Fehlen nur noch die Hörgeräte, die das Hörstudio Wolter ab sofort
sammelt. Jeder der ein altes – aber funktionsfähiges – Gerät in
der Schublade hat, das nicht mehr gebraucht wird, kann es im
Hörstudio in der Charlottenstraße abgeben. Dort wird es überprüft,
gereinigt und desinfiziert und kostenlos in der
Häfler Partnerstadt Polozk übergeben.
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